Im Småland gibt es nicht nur ein Bällebad. Wie ich gerade gelernt habe, gibt es dort auch idyllische Seen und viele rote Holzhäuser. Was ich nämlich nicht wusste ist, dass es das Småland wirklich gibt. Es ist nicht nur der Name der Kinderwelt bei IKEA, sondern eine liebliche Landschaft im Süden Schwedens, durch die wir auf dem Weg von Malmö nach Stockholm gefahren sind. Hier spielen Astrid Lindgrens Geschichten von Michel aus Lönneberga. Und auch ihr fiktives Dorf Bullerbü liegt in Småland. Vorstellen kann man sich das gut. Auch, wenn Schweden viel mehr ist. Spätestens wenn man nach Stockholm kommt, wird schnell klar: Das moderne Schweden ist bunt, international und trotzdem irgendwie auch ein bisschen Bullerbü - Version 2.0.
Anders als im politischen Berlin hat man hier offenbar keine Berührungsängste mit Regenbogen. Die bunten Fahnen hängen auch außerhalb der Pride-Week an vielen Gebäuden. Vor allem Stockholm ist ein Schmelztiegel mit Menschen aus aller Welt. Der Ausländeranteil in der schwedischen Hauptstadt liegt bei 30 Prozent. In den vielen Fressbuden der Stadt gibt es alles, von Shawarma bis Kötbullar. Im Nobelpreis-Museum haben Asylbewerber und insbesondere Flüchtlinge aus der Ukraine freien Eintritt. Und irgendwie schaffen es die Schweden, dass ihnen dabei trotzdem nicht der Laden um die Ohren fliegt - auch wenn die rechten Schwedendemokraten zu einem belastenden Faktor angewachsen sind.
Dabei kriegen es die Schweden hin, recht harmonisch Tradition mit Moderne zu verbinden. Vor dem Königsschloss patrouillieren noch immer Gardesoldaten mit gold-glänzenden Helmen. Wenn man von dort in die U-Bahn runterfährt, eröffnet sich ein gigantisches Kunstmuseum. Die meisten der über 100 Stationen der Bahn wurden von Künstlern gestaltet. Da stehen Elchfiguren in knallig roten Höhlen. Da hängt in der Station der Technischen Hochschule ein riesiger Newton-Apfel von der Decke. In einer anderen Station weist einem eine riesige Holzhand den Weg - natürlich im Regenbogendesign. Wer dann doch noch ein bisschen Småland will, kauft sich einfach eine der an jeder Ecke erhältlichen Zimtschnecken - Astrid Lindgrens Karlsson vom Dach hätte sie vermutlich die "weltbesten Zimtschnecken" genannt.







