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Ich kaufe einen Umlaut: Helsinki

Finnland ist ein schräges Land. Das fängt schon bei der Sprache an. Sie klingt so, als ob ihr Erfinder einen Lottogewinn beim TV-Spiel Glücksrad in Umlaute investiert hat. Bahnhofsplatz heißt Jörnvägstorget. Wer also vorhat, zumindest annähernd zu erschließen, wo er in Finnland gerade ist, oder was man im Restaurant bestellt (die Rentier-Pizza war übrigens kein Versehen), sollte lieber schonmal den Google Translator zur Hand nehmen. Das klappt in dem hochdigitalen Land fast überall. Außerdem funktioniert das Leben dort praktisch bargeldlos. Wir haben in der Zeit jedenfalls keinen einzigen Euro in Cash gebraucht. Wo soll man das Bargeld auch hinstecken, wenn man nackt in einer der allgegenwärtigen Saunen hockt - bei 28 Grad.

Die Hauptstadt Helsinki hat dabei eine ganz eigene Ausstrahlung. Man soll ja nie verallgemeinern. Aber es gibt hier schon viele verwegene Gestalten, stämmig, mit wilden Bärten und Mafia-Sonnenbrillen, die so aussehen, als ob sie gerade einem Aki-Kaurismäki-Film entstiegen sind. Die Finnen schaffen dabei eine ganz eigene Kombination: Hier sind einerseits Alkohol und Drogen im internationalen Vergleich weit verbreitet (obwohl man in Supermärkten keine Spirituosen über 8 Prozent kaufen kann - was zu einem sehr dünnen Wein in den Regalen führt). Gleichzeitig wurde Finnland im World Happiness Report bereits zum achten Mal in Folge zum glücklichsten Land der Welt gekürt. Ganz offenbar schließt das eine das andere nicht aus.